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Holz als Brennstoff

Heizen mit Holz gewinnt wieder immer mehr an Attraktivität. Im Winter vor dem knisternden Kaminfeuer sitzen und den Flammen zusehen, wie sie hinter Glas züngeln das klingt doch sehr romantisch. Man sollte dabei jedoch auch bedenken, dass die Holzscheite leider nicht in brennbarem Format wachsen, sondern dass man irgendwo ein Waldstück benötigt oder Polderholz kaufen muss, das Holz zusägen, spalten und nach Hause transportieren muss. und zu guter Letzt muss das Holz vor dem Verheizen auch noch gelagert werden, damit es trocknen kann.

Wenn man sich dazu entschlossen hat sich die Arbeit zu machen und mehrere Wochenenden im Jahr zum "Holz machen" opfern kann bzw. sich den Luxus leistet das Holz fix und fertig anliefern zu lassen, dann kann man sich überlegen welche Art von Holzheizung man nutzen möchte. Kaminöfen, Kachelöfen, offene Kamine, Holzvergaser oder Allesbrenner stehen zur Auswahl. Dann stellt sich die Frage, ob genügend Platz für einen Wasserspeicher vorhanden ist und man den Holzofen möglicherweise mit der Warmwasserbereitung koppelt. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man sich ins Haus etwas einbaut, das einem auf lange Sicht keinen Spaß macht.

Eine Holzheizung kann einem übrigens auch sehr schnell das Konzept einer barrierefreien Wohnung zu Nichte machen, wenn man zum Holz holen die Wohnung verlassen muss und dieser Weg lässt sich meistens nicht vollständig barrierefrei gestalten zumal man das Holz ja auch sein Gewicht hat und irgendwie zur Brennstelle transportiert werden muss.

Sonnenenergie

Die Sonne strahlt (wenn wir Glück haben) bei Tag aber leider nicht in der Nacht. Und trotzdem reicht diese Energie aus, um Solarpanele zu erhitzen und damit einen Pufferspeicher zur Brauchwassererwärmung zu speisen. Auch ein hoher Stromverbrauch z. B. für Klimaanalagen, die man hauptsächlich im Sommer benötigt, wenn die Sonne scheint, lässt sich mit einer Fotovoltaikanlage kompensieren.

Die Einspeisevergütungen und die Fördermittel für Fotovoltaik werden zwar nach und nach zurück gefahren, die Energiepreise steigen jedoch seit Jahren. Selbst wenn man den Strom aus Sonnenenergie nur für den Eigenverbrauch nutzt und den Rest zu einer geringen Vergütung ins Netz einspeist, kann sich eine solche Anlage rentieren. Man sollte jedoch auch gleich etwas weiter in die Zukunft denken und schauen, ob man im Bereich der Wechselrichter möglicherweise Platz schaffen kann, um in einigen Jahren einen Akku für die Fotovoltaikanlage nachrüsten zu können, sobald diese einen serienreifen entwicklungsstand und angemessene Preise erreicht haben.

Die Sonne lässt sich jedoch auch noch kostengünstiger nutzen, indem man größere Fenster, z. B. im Wohn- oder Esszimmer möglichst nach Süden ausrichtet und so im Winter die Sonnenstrahlung ins Haus lassen kann. Dies kann die Heizkosten auch leicht entlasten, sofern man geeignete Wärmeschutzverglasung verbaut hat, die zwar die Sonnenstrahlung (Wärmestrahlung) durchlässt, die Wärme von drinnen aber nicht mehr raus lässt (Wärmeleitung). Hier sollte man aber auch dran denken, die Fenster im Sommer durch Rollläden oder Jalousien verdunkeln zu können, um zu verhindern, dass das Haus zum Brutkasten wird.

Wärmepumpen

Es gibt unterschiedliche Arten von Wärmepumpen, die untereinander ihre Vor- und Nachteile haben. Aufgrund der großen Bandbreite an Wärmepumpentechnik (Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden, Erdkollektoren oder Energiezaun, Wasser-Wasser-Wärmepumpe, Luft-Luft-Wärmepumpe, und was es zukünftig wohl noch so alles geben wird) ist es empfehlenswert sich von einem erfahrenen Heizungs- und Lüftungsbauer beraten zu lassen. Auch die Lärmentwicklung (Ventilator, Kompressor, etc.) der Wärmepumpe sollte man sich einmal im Betrieb bei voller Leistung anhören, bevor man sich ein entsprechendes Gerät unters Schlafzimmerfenster oder neben die Terrasse baut. Und auch an die Nachbarn sollte man denken, denn die könnten sich von der Geräuschkulisse sowohl von Wärmepumpen als auch von Klimaanlagen gestört fühlen.

Welche Wärmepumpentechnik eingesetzt werden kann ist teilweise abhängig von der Beschaffenheit des Baugrundes (Bodengutachten), dem Grundwasserstand oder auch von anderen örtlichen Gegebenheiten. Bei Erdsonden kann es schon mal vorkommen, dass man beim geologischen Landesamt keine Genehmigung bekommt, die erforderlichen Sonden tief genug bohren zu lassen.

Nicht nur auf ein Pferd setzen

Wenn man sich dazu entscheidet mit Holz (Kaminofen) oder Solarenergie zu heizen, sollte man sich überlegen, ob es nicht Sinn macht ein Öl- oder Gasbrennwertheizung als primären Heizenergielieferanten zu nutzen und diesen durch Holz oder die Sonnenenergie zu unterstützen. Eine Brennwertheizung sorgt auch im Winterurlaub dafür, dass die Wohnung frostfrei bleibt und keiner da sein muss, der regelmäßig Holz nach legt. Moderne Heizungssteuerungen erlauben sogar per App vom Smartphone oder Tablet die Zentralheizung aus der Ferne zu steuern und zu überwachen, wenn in der Urlaubszeit niemand zu Hause ist.

Und wenn man große Heizflächen einplant (Wandheizungen, Fußbodenheizung) lässt sich die Heiztechnik dahingehend optimieren, dass man das Heizungswasser mit niedrigeren Temperaturen in die Leitungen schicken kann, was die Rentabilität von Brennwertgeräten noch einmal deutlich steigert. Außerdem kann sich die Wärme eines Kaminofens auch gut über solche Flächenheizungen in andere Räume transportieren lassen, was aber nur ein kleiner Nebeneffekt ist, den man in Berechnungen nicht ansetzen sollte.

In Kombination mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung lässt sich nicht nur weitere Energie einsparen, sondern auch das Raumklima verbessern.